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“Wenn aus Mangel an Pflegefachkräften Stationen in Akutkrankenhäusern geschlossen oder neu
erbaute Pflegeheime erst gar nicht eröffnet werden können, kann man sich unschwer vorstellen,
wie sich der Pflegenotstand mit stetig steigender Zahl älterer Menschen weiter verschärfen wird.”

Prof. Dr. Karin Reiber (Sprecherin des ZAFH care4care an der Hochschule Esslingen)

care4care

Diese Situation stellt keine pessimistische Zukunftsvorstellung dar, sondern beschreibt das, was bereits Wirklichkeit ist: Der Mangel an Fachkräften in der Pflege erschwert nicht nur das Aufrechterhalten qualitativ hochwertiger Pflege, sondern führt bereits jetzt zu Versorgungslücken. “Wir alle können von heute auf morgen pflegerische Versorgung benötigen - sei es für nahe Angehörige oder für uns selbst. Dann möchten wir uns darauf verlassen können, dass diese Unterstützung sichergestellt ist und dass sie unseren Erwartungen und Lebensgewohnheiten entspricht.” (Prof. Dr. Karin Reiber)

Eine menschenwürdige Pflege heute und in Zukunft, die den individuellen Bedürfnissen der Pflegebedürftigen gerecht wird, ist leider keine Selbstverständlichkeit. Sie stellt im Gegenteil angesichts fehlender Pflegefachkräfte eine sozial- und branchenpolitische Herausforderung dar. Darauf geht das Zentrum für angewandte Forschung care4care: Fachkräftebedarf in der Pflege im Zeichen von Alterung, Vielfalt und Zufriedenheit ein. Ziel des Zentrums für angewandte Forschung ist es, unter der Devise „zufrieden pflegen und gepflegt werden“ Strategien zu entwickeln, die zur Personalgewinnung beitragen und vorhandene Beschäftigte in der Pflege halten, sie an den Beruf binden und weiterbilden.

Der Forschungsverbund besteht aus den beiden staatlichen Hochschulen Esslingen und Ravensburg-Weingarten in Kooperation mit dem Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung Tübingen und unter Beteiligung der Katholischen Hochschule Freiburg. Das Forschungsprojekt bezieht die Entwicklungen und Erfahrungen der Pflegebranche mit der Anwerbung von Pflegekräften im Ausland sowie der Gesundheitsförderung mit ein. Deshalb gehören dem Forschungsteam als Praxispartner das Welcome Center Sozialwirtschaft Baden-Württemberg und die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege an.

Ausgehend von differenzierten und empirisch fundierten Analysen der gegenwärtigen Situation richtet das Gesamtprojekt den Fokus auf die Gestaltung der Zukunft.