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Übergang in die Berufspraxis

Können Sie sich noch daran erinnern, wie Sie in der einen Woche noch Auszubildender waren und nach erfolgreichem Abschluss eine Woche später ausgebildete Pflege­fachperson? Von heute auf morgen schienen die Anforderungen gestiegen zu sein – nun trugen Sie auf einmal im interdisziplinären Team die Pflege­prozess­verant­wortung für die Pflege­empfänger mit allen dazugehörigen Abstimmungs­aufgaben!

Diese Verant­wortung bedeutet zu Beginn des Berufs­lebens zunächst viel Stress. Daher sind sich Auszubildende oft unsicher, ob sie die unterschiedlichen an sie gestellten Heraus­forderungen meistern. Diese Sichtweise teilen weltweit viele Berufs­einsteiger*innen in ihren ersten Berufs­monaten und -jahren. Und viele Pflegefachpersonen verlassen aus diesen Gründen vorzeitig den Pflegeberuf.[4]

Den Übergang meistern –
das Berufseinstiegsprogramm

Um dies zu vermeiden und Berufseinsteigern während dieser Umstellungsphase zu unterstützen, gibt es bereits in vielen Ländern sogenannte Berufseinstiegsprogramme (Transitions­programme). Die Lerneinheiten unterstützen die fachliche Einarbeitung mit theoretischen Impulsen und praktischen Lerneinheiten. Gleichzeitig werden informelle Teamprozesse gefördert und das Ankommen in der Berufspraxis begleitet. Studien haben nachgewiesen, dass durch diese Programme bei Pflege­fachpersonen die Burn-out-Rate und die Intention, den Beruf zu verlassen, gesenkt werden konnte.[6] Nachfolgend finden Sie Informationen, weshalb es sinnvoll ist, Berufseinsteiger*innen mit einemTransitions­programm zu unterstützen und was es dabei zu beachten gilt.

Zentrale Projektergebnisse

  • Der Übergang von der Ausbildung in die Berufstätigkeit ist eine kritische Phase, in der das Risiko für einen Berufsausstieg deutlich höher liegt als im weiteren Berufsverlauf.
  • Berufseinsteiger*innen können in der Phase des Übergangs durch ein gezieltes Übergangsmanagement, das über ein Einarbeitungskonzept hinausgeht, unterstützt werden.
  • Im Zuge der generalistischen Ausbildung gewinnt ein begleiteter Übergang in die Praxis an Relevanz. Dazu zählt die Unterstützung beim Erwerb fachspezifischer Kompetenzen und die schrittweise Übernahme von Verantwortung.

Handlungs-
empfehlungen

  • Entwickeln sie ein gemeinsames Verständnis für die Notwendigkeit eines Berufseinstiegsprogramms.
  • Erarbeiten Sie mit allen Beteiligten (Management, Pflegeschule/Weiterbildungseinrichtung, Kooperationspartner) ein Konzept zur systematischen Einführung und Begleitung von Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger.
  • Integrieren Sie in das Berufseinstiegsprogramm fachspezifische Inhalte und Informationen über betriebliche Zuständigkeiten und Abläufe.
  • Berücksichtigen Sie die Veränderungen, die sich durch die generalistische Ausbildung ergeben.
  • Eröffnen Sie Berufseinsteigerinnen und -einsteigern Möglichkeiten, im Anschluss an die Ausbildung für die speziellen Tätigkeitsbereiche Wissen zu erwerben.
  • Bieten Sie Ihren Mitarbeitenden gleichzeitig ein Onboarding-Programm mit Maßnahmen, die sie beim Ankommen in dem neuen Umfeld unterstützen.

Dateien zum
Download

  • Hier finden Sie Hintergrundinformationen, welche Phasen Berufseinsteiger*innen im Übergang von der Ausbildung in den Beruf durchlaufen.
  • Hier finden Sie Informationen, welche Berufseinstiegsprogramme es in anderen Ländern gibt.
  • Hier finden Sie ausführliche Informationen zur Implementierung eines Berufseinstiegsprogramms.
Foto: Gerd Altmann (pixabay)

Hier finden Sie in Kürze eine Präsentation zu den Programmen zum Berufseinstieg.

Weiterführende
Informationen

Commission on Collegiate Nursing Education (2021): CCNE Standards for Accreditation of Entry-to-Practice Nursen Residency Programs.
Washington D.C., USA: Commission on Collegiate Nursing Education.

Literaturangaben

[1] Pasila, K.; Elo, S.; Kääriäinen, M. (2017):
Newly graduated nurses’ orientation experiences. A systematic review of qualitative studies.
In: International Journal of Nursing Studies 71, S. 17–27.

–[2] Labrague, L.; McEntroe-Petitte, D. (2017):
Job stress in new nurses during the transition period: an integrative review.
In: International Council of Nurses.

–[3] Jones-Bell, J.; Halford-Cook, C., Weaver Parker, N. (2018):
Transition to Practice- Part 3. Implementing an Ambulatory Care Registered Nurse Residency Program: RN Residency and Transition to Professional Practice Programs in Ambulatory Care – Challenges, Successes, and Recommendations.
In: Nursing Economic$ 36 (1), S. 35–45.

–[4] Graf, A. C.; Jacob, E.; Twigg, D.; Nattabi, B. (2020):
Contemporary nursing graduates‘ transition to practice. A critical review of transition models.
In: Journal of clinical nursing 29 (15–16), S. 3097–3107.

–[5] Schafmeister, S. (2018):
Personalmanagement im Gesundheitswesen.
Stuttgart: UTB.

–[6] Ho, S-S.; Stenhouse, R.; Snowden, A. (2021):
‚It was quite a shock‘. A qualitative study of the impact of organisational and personal factors on newly qualified nurses‘ experiences.
In: Journal of clinical nursing 30 (15–16), S. 2373–2385.

–[7] Hegney, D.; Chamberlain, D.; Harvey, C.; Sobolewska, A.; Knight, B.; Garrahy, A. (2019):
From incomer to insider. The development of the TRANSPEC model – A systematic review of the factors influencing the effective rapid and early career TRANsition to a nursing SPECiality in differing contexts of practice.
In: PloS one 14 (5), e0216121.

–[8] Abram, M.; White, J.; Jacobowitz, W. (2020):
Developing an Innovative Psychiatric-Mental Health Nurse Practitioner Program to Meet Current Mental Health Needs.
In: Journal of the New York State Nurses Association 47 (2), S. 18–56.

–[9] More, L. (2017):
Transition to Practice – Part 2. Implementing an Ambulatory Care Registered Nurse Residency Program: Competency – It’s Not Just a Task.
In: Nursing Economic$ 35 (6), S. 317–321.